Messesplitter 10.10.2014

Virenschleuder-Persönlichkeit des Jahres!

Der Gewinner des Virenschleuder-Preis 2014 ist ein Tausendsassa. Montage / Foto: Stefan Mesch
Der Gewinner des Virenschleuder-Preis 2014 ist ein Tausendsassa. Montage / Foto: Stefan Mesch

15 Buch-, Medien- und Zukunftsmacher waren nominiert für den „Virenschleuderpreis 2014“. Wer hat gewonnen? Alle! Allein für ihre großartigen Lebensläufe. Eine Text-Montage, von Stefan Mesch. 

  • Sie kommt mit Schirm, Charme und Melone daher.
  • Sie ist eine Autorin, wie sie im Buche steht:
  • Sie ist die meistgereiste Person Deutschlands
  • Das vergangene Jahr 2013 war ihr Jahr.
  • Keiner hat so viele Interviews gegeben.
  • Ihre Community liegt derzeit allein auf Facebook bei über 4.000 Fans.
  • Sie ist der First Mover in einer Liga, in der sich jetzt entscheidet, ob und wie die deutsche Verlagslandschauft überhaupt den Medienwechsel begleiten und produktiv mitbestimmen kann.
  • Hier beweist sie, was es heißt, „Fanpflege“ zu betreiben.
  • Im Jahr 2012 wurde sie mit dem Coaching Award sowie mit dem Newcomer Award 2012 der German Speakers Association ausgezeichnet. Es mag müßig sein, die Likes zu zählen, die sie dafür bekommt. Aber Fakt ist: Sie schlägt mit dem Zuspruch, den sie mit ihren Facebook-Posts erfährt, einfach alles, was sich überhaupt im Verlagsumfeld im Netz bewegt.
  • Alle konnten die Antarktis-Expedition live mitverfolgen.
  • Immer wieder streut sie pfiffige Aktionen ein. Und das alles eingebettet in persönliche Posts über Hühner, Enten, den Hund und Selbstversorgung.
  • Heute sind elf Reisepässe vollgestempelt.
  • Ideen diesbezüglich setzt sie in beispielhafter Präzision und Konsequenz um.
  • Mit einem lockeren, aber nicht unüberlegten Zungenschlag sowie einer quicklebendigen Verrücktheit.
  • Außerdem ist sie Herbergsmutter, pferde- und dackelverrückt, Improvisationsköchin, Naturliebhaberin, Eifelfan, MusikkennerinKritzlerin und lässt uns im Internet an all ihren Leidenschaften teilhaben.
  • Sie entwickelt Storytelling-Konzepte für Unternehmen und gibt Workshops zu Ideenfindung und Kreativität.
  • Eine Ökofritzin, die eine uralte Schule renoviert, ihr Trockenklo anpreist und ihre Hühner meuchelt.
  • Sie stellt Fragen und in Frage, für sich und stellvertretend für ihre LeserInnen und ZuhörerInnen. Sie arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt, Telepolis und Golem.de und betreut eine wöchentliche Video-Kolumne. Mit 11 Jahren kehrte sie nach Deutschland zurück und besuchte später die Odenwaldschule, und sammelte innerhalb weniger Tage 10.000 Euro, die als Spende an die Familien der im April am Mount Everest verstorbenen Sherpas geht.
  • Aber ein Blog allein ist ihr nicht genug!
  • Immer wieder entzückt sie ihre Community mit wunderbaren Geschichten.
  • Sie ist der Typ, der mit jungenhafter Leichtigkeit und Verschmitztheit etwas ausprobiert.
  • Sie hat den kleinen Mustafa (6 Jahre) in ihre Familie aufgenommen, um ihm nach einer Eingewöhnungszeit die Chance zu geben, in Deutschland eine lebensrettende Herz-OP zu erhalten, die er in Afghanistan nicht hätte bekommen können.
  • Ihr gelang es, aus vielen Programmier-Nullcheckerbunnies kompetente Checkerbunnies zu machen, und mit den liebevoll kreativen Umsetzungen erreicht sie die Menschen da, wo es nachhaltig wirkt: im Herzen.
  • Im letzten Jahr durchquerte sie die Republik und erzählte in den Medien von ihrem aufregendem Lebenskonzept. Was sie damit für die literarische Öffentlichkeit getan hat, ist kaum zu überschätzen. Zukunft und Tradition bilden in ihrer Arbeit eine Einheit.
  • In ihrem Job wurde sie dafür gemobbt und ihr Leben in Frankfurt konnte sie auf die Dauer nicht erfüllen.
  • Sie war und ist an Trillionen außergewöhnlichen Projekten beteiligt.
  • Ich habe sie nur einmal getroffen – und (Schande, Schande) noch keins ihrer Bücher gelesen.
  • So entstehen Wechselwirkungen zwischen realer und virtueller Welt.
  • Zu all dem gehört fraglos Mut.
  • Dabei führt stets die Liebe die Feder.
  • Die Liebe zum Beruf, Leben, Menschen und zur schwierigsten Aufgabe: Der Liebe zu sich.
  • Sie hat dieser Entwicklung ein Gesicht gegeben.
  • So mindert sie jegliche Schwellenängste.
  • Sie ist zu einer gefragten Expertin geworden, sei es in Deutschland oder international von Kenia bis Schweden.
  • Im Frühling 2014 eröffnete sie eine Literaturagentur in Berlin-Mitte.
  • Ich stelle sie mir gerne vor, wie sie mit dreck- und hühnerblutverschmierten Händen in die Tasten haut.
  • Sie ist allein schon für das Impressum ihrer Website preisverdächtig.
  • Außerdem ist sie auch richtig nett.

 

Alle Textsplitter / Zitate stammen aus den 15 Nominierungstexten zur „Persönlichkeit des Jahres“ des Virenschleuderpreis‘ 2014.

Der Preis wird jetzt verliehen, im Lesezelt auf der Agora. Ich beende diesen Blogpost. Gehe runter – und freue mich auf die Gewinnerin oder den Gewinner!

Von Stefan Mesch

Stefan Mesch (Foto: privat)

Stefan Mesch (Foto: privat)

Der Autor Stefan Mesch protokolliert für Deutschlandradio Kultur seine Eindrücke von der Buchmesse. Er schreibt an seinem ersten Roman, „Zimmer voller Freunde“, und empfiehlt Bücher unter stefanmesch.wordpress.com