Hintergrund 12.03.2014

Ich blogge von der Buchmesse. Also fast.

Kathrin Passig (Foto: picture-alliance/ dpa/ Armin Weigel)
Kathrin Passig (Foto: picture-alliance/ dpa/ Armin Weigel)

Man kann machen, was man will, und es ist immer geschäftlich. So sieht unsere Bloggerin ihre Aufgabe in den nächsten Tagen – und erklärt, warum sie noch aus ihrem Bett berichtet.

In den letzten Tagen habe ich allen erzählt, dass ich von Mittwoch bis Sonntag auf der Buchmesse Bloggerin fürs Deutschlandradio bin. Alle haben so was gesagt wie: „Toll, das heißt, du kannst machen, was du willst, und es ist immer geschäftlich?“ Genau so ist es nämlich mit dem Bloggen, man kann machen, was man will, und es ist immer geschäftlich.

In der Straßenbahn vom Bahnhof zur Buchmesse oder „im Tram“, wie das Buchmessengastland Schweiz sagt, läuft eine Schweizer Klanginstallation, und die anderen Buchmessenbesucher sehen noch frisch und tatendurstig aus, nicht zermürbt von Alkohol und Freundlichseinmüssen wie gegen Ende der Woche … ach, eigentlich liege ich noch in Unterhosen im Bett, und dieses Bett ist nicht mal in der Nähe der Leipziger Buchmesse, sondern in Wien.

Aber schließlich hat das Deutschlandradio mich als Bloggerin engagiert und nicht als Journalistin. Wenn sie Journalismus gewollt hätten, hätten sie das sicher gesagt, und zwar jemand anderem, nicht mir.

Außerdem hat Angela Leinen letztes Jahr alle ihre Buchmessentweets zu Hause geschrieben:

Bin in Halle 4, sieht jemand eine freie Steckdose? #fbm13“ *
Mir tun die Füße weh. #fbm13
Hanser wird ja jetzt supermodern, wo der Jo Lendle den alten Holzmichel ablöst. #fbm13
Ich hör immer Verlagskrise, aber Büffet und Riesling, als gäbe es kein Morgen. #fbm13„.

Ab heute Abend werde ich dann wirklich in Leipzig sein, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das besser ist. Vor Ort verstellt das ganze Geschehen ja doch nur die Wahrnehmung.

* Steckdosen, ein weiterer guter Grund, die Messeberichterstattung aus dem Bett zu erledigen.

Die Autorin Kathrin Passig protokolliert für Deutschlandradio Kultur ihre je eigenen Eindrücke von der Messe.

Kommentare

  1. Hat uns nicht unsere liebste in Wien ansässige Literaturkritikerin neulich erklärt, warum die Schweizer nicht“Gastland“ sondern „Auftritt“ heißen wollen?

    • Kathrin Passig

      Dazu sage ich demnächst noch was. Ich warte erst mal ab, ob es bis dahin nicht vielleicht alle anderen schon gesagt haben.